DFG Baden-Baden
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07.09.2011

Ein Spätsommernachmittag im Rebland

Weinprobe im Weingut Schloss Neueweier

Bericht: Dr. Heinrich Niederer
Bilder: Gerhard Kesselhut und Peter Stahlberger

Unserem Schatzmeister Max Dugge verdanken wir einen wunderbaren Nachmittag. Er hat für uns eine Weinprobe im Schloss Neuweier organisiert. Die wanderlustigen Mitglieder der Gruppe fuhren mit dem Bus bis nach Gallenbach kurz vor Varnhalt und wanderten dann durch die Reben vorbei an der Josefskapelle in Richtung Schloss Neuweier.  Ein erster Halt wurde spontan beim Schwarzwaldminiatur Dorf eingelegt und voll kindlicher Freude, die das Alter der Teilnehmer so sympathisch macht, erweckte ein Euro das Dörfchen zum Leben.

Weiter ging es steil hinauf in Richtung Alm mit herrlichen Ausblicken ins Rheintal und hinüber in die Pfalz und in das Land unserer französischen Freunde. Ein Winzer in seinem Steingrübler Wingert gab uns einen ersten Einblick in das Wunderreich der Trauben und machte uns auf die Gefahr der Fäulnis, der Wespenstiche  und verschiedener Pilze bei den Trauben  aufmerksam. Zum Trost schenkte er uns herrlich schmeckende Riesling Trauben.

Schließlich ging es steil hinab zum Schloss, wo uns schon Herr Güntert, der Leiter des Weinbaus, zusammen mit den per Bus angekommenen Mitgliedern mit einem Glas frisch perlenden Sektes erwartete. Nach der offiziellen Begrüßung der Gruppe durch unseren Vizepräsidenten Gérard  Kesselhut stellte Herr Güntert das Weingut vor. Er zeigte uns die wichtigen Lagen wie Schlossberg, Mauerberg und vor allem das „Goldene Loch“. Danach ging es in den jahrhundertealten Keller mit seinen riesigen Tanks, die geleert und gereinigt die auf die nächste Woche beginnende Traubenlese warten.

So vorbereitet stiegen alle gerne in den Saal zur eigentlichen Weinprobe. Der Raum hell und hoch mit Balkendecken, prächtig geschnitzten Schränken von 1681, drei ehemaligen Weinpressen und den ehrwürdigen Utensilien des uralten, ungemein beschwerlichen Wingerter Handwerks: Die Tische waren verführerisch mit einem währschäften  Winzervesper gedeckt und nun es gab  kein Halten mehr. Da durch das Vespern die Gespräche verebbten, konnte Herr Güntert mit dem Vorstellen der Weine beginnen. In ansteckender Lebendigkeit und mit dem vollen Sprachschatz der Sommeliers schloss er die Sinne der Teilnehmer so auf, dass jeder den Pfirsichgeschmack des Eröffnungsrieslings  selber zu schmecken glaubte. Insgesamt stellte er sechs Weine vor - in der Tradition der Hochzeit von Kanaan sich von Gewächs zu Gewächs steigernd. Der fünfte Wein führte auf die Höhe eines „Großen Gewächses“: ein „Mauer-Wein“ von 2009! Herr Güntert erzählte von der damaligen Blindverkostung als es um die Aufnahme dieses Weines in die Kategorie „Großes Gewächs“ ging. An diesem Anlass nahmen auch Winzer aus weltberühmten Weingütern aus dem Bordelais teil.  Nach der Verkostung des Neuweierer Tropfens  konnten sie die Anmerkung nicht zurückhalten, dass es nun wohl doch auch in Deutschland trinkbare Weine gäbe.

Das machte allen schlagartig klar, welch bedeutende Rolle der Wein für die Völkerverständigung spielt und weshalb es  einer DFG sehr wohl ansteht durch Weinproben solcher Art ihr Scherflein zum noch größeren Verständnis unserer trinkkundigen Nachbarn  beizutragen.

In bester Laune kehrten alle wohl beschwingt nach Baden-Baden zurück voll Dankbarkeit, dass wir in einer solch gesegneten Gegend leben dürfen.