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15.02.2011

Berufsausbildung in Deutschland und Frankreich

Bericht: Dr. Heinrich Niederer
Bild: Gerhard Kesselhut

Regen Zuspruch fand eine gemeinsame Veranstaltung der deutsch-französischen Gesellschaft Baden-Baden und der Europa Union Baden-Baden/Rastatt im großen Saal der Jugendmusikschule. Das Podium war mit zwei ausgewiesenen Fachleuten  besetzt. Für das französische System konnte Madame Laure Lauffer, eine in der Berufsschule in Vitry-le-François (Nordostfrankreich) tätige Oberstudienrätin für Französisch und Deutsch gewonnen werden, während den deutschen Part der ehemalige Direktor der Carl-Benz-Schule Gaggenau und heutige Leiter der dortigen Steinbeis Hochschule Wolfgang Brähler übernommen hatte.

Obgleich Deutschland und Frankreich denselben Herausforderungen einer immer globaler verbundenen Weltwirtschaft sich stellen müssen, machte schon die schematische Darstellung der beiden Berufsschulsysteme die großen Unterschiede deutlich. Durch die Äußerungen der französischen Referentin und erst recht in der anschließenden lebhaften Diskussion wurden die tief in der Polit-und Wirtschaftsgeschichte der beiden Länder verankerten unterschiedlichen „Schulbiotope“  herausgearbeitet. Dadurch wurde auch klar, dass ein Voneinander Lernen im Sinne der Übernahme von je „besser“ erscheinenden Elementen des Nachbarn gar nicht möglich ist. Vielmehr müssen Deutschland und Frankreich innerhalb ihrer eigenen Bildungstraditionen je eigene Wege der Erneuerung und Adaption an die Erfordernisse der Gegenwart finden.

In diesem Sinne war der Abend eine exemplarische Lehrstunde für ein Europa, das mit seinen vielfältigen Kulturen  in der rasant sich ändernden Welt sich  stets neu erfinden muss und das nicht ohne die Kenntnis der anderen Europäer erfolgreich leisten wird.