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09.12.2014

Das unbekannte Judentum

Bericht: Dr. Heinrich Niederer

Eine große Schar Interessierter fand sich zu diesem Vortrag in unserem Auditorium ein. Herr Deiters wollte mit seinen Ausführungen die weit verbreitete Unkenntnis über das Judentum ein wenig lindern.

In einem ersten Schritt erläuterte er den Ursprung dieser Religion eines Nomadenvolkes. Die eingeblendeten Landkarten zeigten die heute explosivsten Weltgegenden als Ausgangspunkt dieser Gotteserfahrungen. Schon früh setzten die Verfolgungen des sich von Gott auserwählt verstehenden Volkes ein. Gerade diese Verfolgungen trugen zur Zerstreuung der Gläubigen zunächst im mittelmeerischen Raum und dann später über die ganze Welt bei.

Bei dem gewaltigen Durchschritt durch die Geschichte dieses Volkes verwendete der  Vortragende Worte, die wohl in den meisten der Zuhörenden Erinnerung an alte Schulzeiten wachriefen: Abraham, ägyptische Gefangenschaft, Moses, Nebukadnezar, Babylonische Gefangenschaft, Tempelzerstörungen, Salomon, Elias, Masada, Bundeslade, Thora Rollen...  Dank seiner stupenden Gelehrtheit und seiner Fähigkeit ohne weiteres ins Hebräische überwechseln zu können, entlockte er den meisten Begriffen Bedeutungen, die die weit verbreiteten Vor-Urteile ins Wanken brachten.

Im zweiten Teil wurden wir in die Spiritualität des jüdischen Glaubens eingeführt.  Dies gelang Herrn Deiters besonders eindrucksvoll. Durch die von ihm ausgewählten Fotos wurde die auch den heutigen Alltag der Gläubigen bis ins Einzelne bestimmende Kraft des jüdischen Glaubens sichtbar. Wir, weithin säkular geprägten Menschen erfuhren so die Ferne dieser Welt zu der unsrigen: wir haben uns daran gewöhnt, dass wir aus kommerziellen Gründen schon sechs Wochen vor dem Fest überall von Weihnachtsliedern berieselt werden, dort beginnt der Sabbat, wenn drei Sterne am Himmel sichtbar werden und endet, wenn wieder drei zu sehen sind! Das machte freilich auch deutlich, wie "sperrig" diese Glaubensausübung zur "Welt" stehen kann!

Im dritten Teil erläuterte Herr Deiters den Begriff der Synagoge, deren Zustandekommen und deren architektonisch-theologische Struktur.

Die ausführliche und lange dauernde anschließende Fragerunde zeigte ebenso wie der dankbare Beifall, auf welch fruchtbaren Boden dieser Vortrag gefallen war.