DFG Baden-Baden
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Kirschmahagoni für Aimé Césaire

Bericht: Dr. Heinrich Niederer
Bilder: Gerhard Kesselhut

Ein großer Kreis von Franzosen und Deutschen versammelte sich vor kurzem zu einer ganz besonderen Baumpflanzung am Rande des ehemaligen Minigolfplatzes in der Lichtentaler Allee.

M. Chéri-Zécoté begrüßte als Präsident der "Freunde von Martinique und der Karibik" eine Reihe von zum Teil weit angereisten Persönlichkeiten. Seine besonderen Grüße galten bezüglich der französischen Gäste  Madame Martine Schoeppner, représentante des Français de l'étranger und M. Jean-Claude Pastel, Geschäftsführer von  Cartonnage d'Alsace, dem größten Sponsor der Feier. Unter den deutschen Gästen konnte er Frau Abgeordnete Beate Böhlen, MdL und Frau Stadträtin Ursula Opitz willkommen heißen.

Heinrich Niederer, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden, die die Baumpflanzung aktiv unterstützte, richtete zunächst die Grüße des Herrn Oberbürgermeisters aus und freute sich über die vielen Anwesenden der DFG darunter sogar Gäste aus Berlin. Herr Markus Brunsing, Leiter des Gartenbauamtes, informierte über die Herkunft und die Eigenarten des Kirschmahagoni und wies vor allem auf seine glänzend mahagonibraune Rinde hin. Dann ginge es mit den  roten Protokollschaufeln an die Arbeit.

Nach der Pflanzung waren Alle zu einem Empfang ins "Atlantic" eingeladen. Dort konnte der Präsident  der DFG auf Leben und Werk des Dichters und Politikers Aimé Césaire eingehen.

Aimé Césaire war nie in unserer Stadt. Doch zu Baden-Baden, das sich gerne als die "französischste" deutsche Stadt bezeichnet, passt eine Erinnerung an diesen Mann sehr gut.

Aimé Césaire ist 1913 auf Martinique geboren. Die Insel gehörte damals zum Kolonialreich Frankreichs. Aimé Césaire  genoss eine hervorragende französische Erziehung. Diese führte ihn als Stipendiat an die École Normale Supérieur nach Paris. Bei seinen Studien begegnete er Léopold Sédar Senghor, dem späteren Staatspräsident von Senegal. Er wurde in seinen Kreis aufgenommen und "entdeckte" durch die dortigen Diskussionen, dass er ein "Neger" war. Diese Erkenntnis schlug wie ein Blitz in sein Leben ein und wurde der zündende Funke für seine lebenslangen Kämpfe als Politiker und Dichter.

Aimé Césaire war beinahe ein halbes Jahrhundert Abgeordneter in der Assemblée Nationale in Paris und ebenso lang Bürgermeister in seiner Heimatstadt Fort de France auf Martinique. Als Politiker kämpfte er genauso leidenschaftlich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Landsleute und aller unter den Folgen des Kolonialismus leidenden Menschen wie als Dichter.

An ihn und seine Anliegen soll der Kirschmahagoni in der Lichtentaler Allee erinnern.

Der Präsident schloss seine Worte mit einer Strophe aus Césaires Hauptwerk "Cahier d'un retour au pays natal":

Partir
Comme il y a des hommes-hyène et des hommes-
Panthère, je serais un homme-juif
un homme-cafre
un homme-hindou-de-Calcutta
un homme-de-Harlem-qui-ne-vote-pas

l'homme-famine, l'homme-insulte, l'homme-torture
On pouvait à n'importe quel moment le saisir le rouer
de coups, le tuer - parfaitement le tuer - sans avoir
de compte à rendre à personne sans avoir d'excuses à
présenter à personne
un homme-juif
un homme-pogrom
un chiot
un mendigot

mais est-ce qu'on tue le Remords, beau comme la
face de stupeur d'une dame anglaise qui trouverait
dans sa soupière un crâne de Hottentot?

 

Präsident Chéri-Zécoté (links) und Präsident Niederer heißen ...
... die Gäste zur Baumpfanzung herzlich willkommen
Nach der festlichen Ansprache mit Übergabe des Baumschildes ...
... wird das Planzloch mit vereinten Kräften geschlossen
Alle Anwesenden freuen sich und wünschen dem Kirschmahagoni stets einen guten Wuchs
Beim Empfang im Atlantik lauschen wir ...
... den meisterhaft dargebotenen Ausführungen ...
... unseres DFG-Präsidenten
Präsident Niederer, Madame Schoeppner, Präsident Chéri-Zécoté und Madame Klümper-Lefebvre (v.l.n.r.)