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03.10.2015

Treffen mit dem CFA Colmar am 03.10.2015 in Baden-Baden

Bericht: Friedemann Moll und Hans-Jürgen Maier
Bilder: Gerhard Kesselhut

Als Treffpunkt für unsere diesjährige Herbstbegegnung war der Innenhof des Klosters Lichtental ausgewählt. Gerhard Kesselhut stand schon bereit, die stolze Anzahl von 55 Teilnehmern, darunter 22 Colmarer Freunde, im Namen des Vorstands zu begrüssen und auf einem Gruppenfoto im Freien festzuhalten.

Während des knapp einstündigen, geführten Besuchs in der „Fürstenkapelle“ erfuhren wir, dass die badischen Markgrafen hier vom 13. bis 15. Jh. begraben wurden. Sichtbar ist dies an zwei Hochgräbern mit Skulpturen der Klostergründerin Irmengard (gest. 1260) und eines Nachfolgers in Ritterrüstung. Spätgotische Altarbilder (Anna Selbdritt !) und der Alltag der Zisterzienserinnen (z.Zt. noch 23) waren Themen weiterer Erläuterungen. Friedemann Moll dolmetschte für die frankophonen Gäste und erinnerte daran, dass „Lichtental“ im Grunde eine deutsche Übersetzung ist von „Clairvaux“, Name des von Abt Bernhard 1115 (vor genau 900 Jahren) gegründeten Reformklosters. Hingewiesen wurde auf historische Verdienste des von Burgund ausgehenden Ordens für Kultur und Wirtschaft Europas von Portugal bis zur Weichsel.

Anschliessend nahm der Colmarer Bus die Gruppe der Wanderer an der nagelneuen Geroldsauer Mühle vorbei und die Schwarzwaldhochstrasse hinauf zum Zimmerplatz. In der warmen Herbstsonne übernahm dann Hans-Jürgen Maier die Führung auf dem Wanderweg über den „Iberst“ zur „Lachehütte“ und weiter auf der sog. „Yburgstrasse“ in Richtung „Mariahalden“. Eindrucksvolle Ausblicke ins Rheintal und zur Yburg mit Felsenweg belohnten für den schweisstreibenden Anstieg. Wieder bergabwärts vorbei am Yburg-Wasserwerk aus dem Jahr 1905, bewunderten die Wanderfreunde oberhalb des Villengebiets „Beutig-Quettig“ das 25 ha grosse Hofgut Mariahalden der Grundigstiftung mit Villen und Schweizerhäusern in einem weitläufigen Park und dessen gepflegtem Baumbestand. Über die Hermann-Sielcken-Strasse (benannt nach dem  deutsch-amerikanischen Kaffeekönig, der vor dem 1. Weltkrieg auf Mariahalden residierte und sich als Gönner der Kurstadt verdient gemacht hat) erreichte die Gruppe nach 7 km mit 290 Höhenmetern wieder die Baden-Badener Stadtmitte.

Dorthin strebten auch die Spaziergänger, geleitet von Friedemann Moll, aber weniger angestrengt im Tal entlang der Lichtentaler Allee. Unterwegs gab es Gelegenheit, ein DFG-Mitglied, im Garten jenseits der Oos bei ihrer Familie, mit einem spontan gesungenen „Joyeux anniversaire...“ zum Geburtstag zu überraschen. Weitere Halte, jeweils mit Kurzkommentaren, waren: ehemaliges Hotel Bären (Herberge illustrer Franzosen im 19. Jh.), Benazet-Pavillon, bezaubernder Dahliengarten,  Wohnhaus der Clara Schumann, Brahmsbüste, sich in der Oos tummelnde Mandarin-Enten, ehemaliger Wohnsitz des einer Verhaftung 1962 entwischten KZ-Mörders „Dr Tod“, das Hirtenhäuschen mit Erinnerung an ein gescheitertes Attentat gegen Wilhelm I. Und immer wieder  der Blick auf die sattgrünen Klosterwiesen und die Bewunderung unserer Colmarer Gäste für die Vielzahl verschiedener und seltener Bäume, die die Stadt in eine Parklandschaft verwandeln. Letzteres liess sich noch schön geniessen  auf der Bellevue-Terrasse bei einer Tasse Cappuccino.

Um 18 Uhr nützte ein Grossteil der wieder vereinten Randonneurs und Promeneurs den Colmarer Bus für die Fahrt vom Ludwig-Wilhelm-Platz hinauf zum „Magnetberg“. Die noch sonnenbeschienene Terrasse des dortigen Restaurants konnte sich als ideales Belvedere auf die Altstadt empfehlen. Und die gemütlichen Abendstunden bei köstlichem drei-Gänge-Menu und angeregten Gesprächen verflogen im Nu, so dass unsere Besucher aus Colmar die Heimreise später als geplant antraten. Andeutungsweise war auch schon die Rede von 2016: Frühjahrstreffen dann in Baden-Baden (60-Jahr-Jubiläum!) und Besuch des neu eröffneten Unterlinden-Museums im Herbst.

Frank-Stephan Barth, Rolf Jackisch, Gérard Kesselhut, Nicole Couratier, Hans-Jürgen Maier, Friedemann Moll und Bernhard Meier (von links)