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18.04.2015

Treffen mit dem CFA Colmar in Guebwiller

Bericht: Friedemann Moll
Bilder: Gerhard Kesselhut

Zum sonnenbeschienenen, noch etwas kühlen Frühjahrs-Rendezvous  in Guebwiller wurden wir 25 Baden-Badener von unseren Colmarer Freunden (31 Teilnehmer) um 13.30 Uhr auf der Place Jeanne d'Arc erwartet und begrüsst. Als erste Sehenswürdigkeit dieser uns leider wenig bekannten Stadt im Elsass besuchten wir das Musée du Florival und entdeckten dort die eindrucksvolle, dem Keramiker Théodore Deck (1823-1891) gewidmete Dauerausstellung. Charakteristisch für dessen mit Pflanzen-, Tier-, und Portraitmotiven verzierten Emailkunst auf Vasen, Tellern, Schalen und Kacheln ist das aus dem alten Persien stammende zarte Türkisblau. Andere Teile des Museums erinnern daran, dass Guebwiller von den mächtigen Fürstäbten der nahen Abtei Murbach gegründet wurde und bis zur Französischen Revolution zum von ihnen beherrschten Territorium gehörte.

Geführt von Nicole Couratier, Présidente du CFA, stieg anschliessend eine Wandergruppe den steilen Hang durch Weinberge hinauf in Richtung Anhöhe, die einen lohnenden Ausblick bot auf die ganze Stadt unten an der Lauch:  im Westen imposante Fabrikanlagen der NSC Schlumberger (Beginn der Textilindustrie 1810; heute weltweit gefragter Produzent von Maschinen für Textilien und für Verpackungsmaterial) und im Westen die Öffnung hin zur Rheinebene.

Die im Tal verbliebenen Spaziergänger konnten sich selbständig auf Entdeckungstour begeben anhand eines Stadtplans mit kommentierten Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten. Eine grössere Gruppe (natürlich auch hier zweisprachig) konzentrierte sich zunächst auf Notre-Dame, einen fürs Elsass seltenen spätbarocken Kirchenbau mit drei halbrunden Apsiden, Goldschmuck an korinthischen Säulen und mit Fidelis Sporrers Skulpturen der Tugenden und einer durch Wolken empor zur Sonne schwebenden Madonna. Beim Bummel entlang der zentralen Rue de la République ging es vorbei an Geschäfts- und Wohnhäusern verschiedener Bauperioden (ab dem 17. Jh.), darunter auch zwei gut erhaltene Jugendstilfassaden. In einem Salon de Thé am Marktplatz, neben dem spätgotischen Rathaus, warteten dann reservierte Plätze und eine verführerische Auswahl an pâtisseries auf uns.

Höhepunkt des Tages, jetzt für Wanderer und Spaziergänger wieder gemeinsam, war ab dem späten Nachmittag der Besuch des ehemaligen Klosters der „Dominicains de Haute-Alsace“. Bei einer vom CFA organisierten Führung erfuhren wir interessante Einzelheiten über die Kirche des Predigerordens mit dem Lettner und den aus Übertünchung freigelegten Fresken. Auf dem von einem Mäzen finanzierten Zwischenboden im gotischen Spitzbogen-Chor finden seit über 150 Jahren Konzerte statt. Berühmte Interpreten traten auf, darunter auch Clara Schumann (viermal ab 1862). Inzwischen wird auch das Kirchenschiff für Konzerte genutzt; denn es verfügt dank der 24 m hohen, flachen Holzdecke über hervorvorragende Akustik. Zur geheimnisvoll angekündigten „surprise musicale“ bat man uns in die intime untere Chor-Etage. Nicole stellte uns einen in Freiburg dozierenden Pianisten vor. Er setzte sich an den Flügel, und dann: Bach, Beethoven, Gershwin, meisterhaft dargeboten und für uns ein besonders entspannter Hörgenuss auf bereitgestellten Liegestühlen.

Kein Wunder: Beim  folgenden „Cocktail dînatoire“ im ehemaligen Refektorium gab es angeregte Gespräche über das Erlebte.  Ein Traiteur wartete mit abwechslungsreichem Buffet auf. Als Besonderheit konnten  choucroute au curry mit Krabben, und dazu natürlich pinot gris ausprobiert werden. Auch in diesem Raum stand ein Flügel, und Herr Bender aus unseren Reihen erfreute noch alle mit zur frohen Stimmung passenden Melodien. Mit Polonaise und Tanz, mit einem gemeinsamen Lied, mit unserem herzlichen Dank an die Colmarer Freunde klang der gemeinsame Abend aus, und unser Bus brachte uns gegen 23 Uhr zurück nach Baden-Baden.