DFG Baden-Baden
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24.07.2015

"Brückenschlag - Passerelle"

Deutsch-Französische Gesellschaft Baden-Baden ein unerlässlicher Brückenpfeiler der deutsch-französischen Freundschaft

- Analyse aus berufenem Munde-

Bericht: Dr. Heinrich Niederer
Bildreportage: Gerhard Kesselhut

Das wurde  zu einer unverhofften Sternstunde der DFG: Die Stadt Baden-Baden hatte unter dem Titel "Brückenschlag - Passerelle" zu einem Festakt in die EURAKA geladen. Anlass war ein besonderes Gedenken. Auf den Tag genau vor 70 Jahren hatte General Pierre-Marie Koenig  am 24. Juli 1945 das Oberkommando über die französischen Besatzungsgebiete in Deutschland übernommen und seinen Dienstsitz in Baden-Baden eingerichtet. Damit begann die Epoche einer systematisch konzipierten Besatzung.

Genau diese thematisierten die drei Hauptredner der Gedenkveranstaltung. General Jean-Louis Brette, als " St. Cyrien" ein französischer Militär bester Provenienz und selbst zeitweilig Oberkommandierender der Französischen Streitkräfte in Deutschland zeigte eindringlich auf, wie die von de Gaulle und den zuständigen Verteidigungsministern konzipierte allmähliche Bündnispolitik im weltpolitischen Rahmen des Kalten Krieges die junge Bundeswehr in eine systematische Zusammenarbeit einband,  aus der dann im Laufe der Jahre eine solide, freundschaftliche Zusammengehörigkeit wurde.

Genau in den Zusammenhang stellte General Brette auch die vom Oberkommandierenden 1956  veranlasste Gründung der DFG Baden-Baden. Es sollte die militärische Zusammenarbeit mit einer zivilgesellschaftlichen Infrastruktur unterfüttert werden. Und hierzu gehörte diese Gesellschaft, deren deutsch-französische, vom General ausgewählte Doppelspitze, ein Pendant zu den deutsch-französischen Militärverbünden darstellen sollte. Ihre Ziele - möglichst vielfältige Beziehungspflege auf den Gebieten der beiden Sprachen,der beiden Kulturen und des Sports - gelten für uns bis zum heutigen Tag. So formulierte er das Fazit: Die Deutsch-Französischen Gesellschaften sind ein unerlässlicher Brückenpfeiler der deutsch-französischen Freundschaft.

Der ehemalige Senator Hoeffel, zeitweiliger Mitarbeiter von General Koenig, beleuchtete die Zusammenhänge von einer anderen Seite. Als Politiker, der in vielen hohen  Funktionen in der französischen Politik tätig war, diese als Mitgestaltender erlebt hatte und alle wichtigen Nachkriegspolitiker persönlich kannte, zeigte auf, wie die deutsch-französischen Beziehungen durch systematische Zusammenarbeit der Assemblée und des Bundestages sowie der zwischen Senat und Bundesrat auf solideste Fundamente gestellt wurden. Und auch hierbei spielen die DFG'n eine unerlässliche Rolle. Senator Hoeffel sprach ausdrücklich vom "Geist von Baden-Baden", den er hier seit mehr als zweihundert Jahren am Werk sieht und dessen Pflege eine besondere  Aufgabe gerade für unsere Gesellschaft darstelle.

Der Dritte im Bunde war M.Brouillet, der letzte Direktor des bis 1999 existierenden " Lycée Charles de Gaulle". Er, dessen Schule nicht nur dem Erziehungsministerium in Paris sondern auch dem Oberkommandierenden General unterstellt war, hatte dafür zu sorgen, dass die schulpflichtigen Kinder der immer nur kurz hier stationierten Militärs bei ihrer Rückkehr nach Frankreich dort bruchlos ihre Schulzeit weiter vollenden konnten. Darüber hinaus oblag ihm die schöne Aufgabe, die Schüler für unsere Kultur aufzuschließen. Und dabei war auch ihm unsere DFG ein wichtiger Partner.

Die Ansprachen dieser drei Vorredner waren für den zum Schluss an das Rednerpodium gerufenen Präsidenten der DFG ein wunderbares Geschenk. Aus berufenem Munde war die unerlässliche Bedeutung gerade auch der DFG Baden-Baden beschrieben worden und er hatte nur noch die Aufgabe den Kern der Reden ins Licht zu heben, um so den "Geist von Baden-Baden" erfahrbar werden zu lassen. Von diesem Geist ist auch die neueste Broschüre erfüllt, die der Präsident der Versammlung vorstellen konnte: "Brückenschlag - Passerelle". Die Autorinnen sind Frau Dr. Helene Engels,ehemalige Studienrätin am Lycée Charles de Gaulle und Frau Petra Heuber-Sänger. Sie lassen in der bebilderten zweisprachigen Broschüre die jüngsten 70 Jahre der deutsch-französischen Geschichte Baden-Badens Revue passieren.

Zum Schluss wurde der von Herrn Senator Hoeffel beschworene Geist Baden-Badens hörbar durch die Musik Mozarts, mit der zwei junge Künstler von der Carl Flesch Akademie die Zuhörerschaft entzückten.

Im gut besuchten Vortragssaal der EurAka ...
... eröffnete OB Mergen die Feierstunde
General Brette berichtete über die Militärpräsenz in Baden-Baden..
.. während Senator Hoeffel die politische Sichtweise dieser Zeit erläuterte
Monsieur Brouillet gab einen Rückblick über die Aktivitäten des Lycées
Einen Vergleich mit dem damaligen Lycée und der EurAka bot Geschäftsführer Pries
Der musikalische Rahmen wurde von Absolventen der Carl-Flesch-Akademie gestaltet
DFG-Präsident Niederer stellte abschließend die Broschüre Brückenschlag vor
Die Autorinnen Hélène Engels und Petra Heuber-Sänger (rechts neben OB Mergen)
Die harmonische Veranstaltung spiegelt sich in den Augen aller wieder - "Vive l'amitié franco-allemande" - war auch der Wahlspruch unseres ehemaligen Präsidenten Jean-Marc Culas.