DFG Baden-Baden
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23.07.2013

Max Ernst - sein Leben und Wirken

Bericht: Dr. Heinrich Niederer

Trotz unbeschreiblicher Schwüle und Hitze war unser DFG Forum bis auf den letzten Platz besetzt, als Inge Grönewäller unter Blitz, Donner und tropischem Regenguss ihren Vortrag  über die Max Ernst Ausstellung in Riehen eröffnete.

Der krachende Einstieg in das Thema veranlasste die Referentin zu dem Hinweis, dass diese Umstände so recht nach dem Geschmack von Max Ernst gewesen wären, waren  doch die Vernissagen seiner eigenen Ausstellungen nicht nur von Gewittern sondern  sogar von einem Vulkanausbruch und einem Erdbeben begleitet gewesen.

Mit diesem Hinweis fand sie einen augenöffnenden Einstieg in die Darstellung von Leben und Werk dieses bis heute noch immer im Schatten Picassos wahrgenommenen  Künstlers. Max Ernst löste durch seine Kunst wahrhaftige Erdbeben aus: bei den braven Bürgern und bei allen "tragenden" Mächten vom Kaiserreich bis in die Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg. Die "seismischen" Wellen gingen von seiner Vaterstadt Köln aus, verbreiteten sich rasch im alten Europa und reichten sogar über den Atlantik bis nach Amerika.

Überall arbeitete  Max Ernst in avantgardistischen Kreisen wie Dada und Surrealismus und entwickelte auch ganz neue künstlerische "Sprachen" wie Assemblage, Frottage und Collage - im zweidimensionalen Bereich genauso wie im dreidimensionalen. Die unterschiedlichsten Malweisen aber auch die Poesie gehörten zu seinen Ausdruckswelten.

Den Kern seines Werkes bezeichnete Inge Grönewäller als die Ent-Deckung der Welt durch ihre Verrätselung. Diese nur scheinbar widersprüchliche Diagnose wird eigentlich in allen Arbeiten von Max Ernst unmittelbar deutlich. Er selbst hat dies noch dadurch unterstrichen, dass er seine Betrachter ausdrücklich gebeten hat, seine Werke nicht zu enträtseln.

Mit Hilfe eines wohl bedacht ausgewählten "Bilderbogens" - meisterhaft technisch ermöglicht durch Dr. Ulrich Stier - gelang Inge  Grönewäller eine eindrückliche Zusammenschau zwischen dem Lebensweg und dem Lebenswerk von Max Ernst. Die Anwesenden dankten ihr mit starkem und lang anhaltendem Beifall.

Für die DFG war das ein wunderbarer Halbjahres Abschluss, war doch Max Ernst Bürger beider Länder und seine Liebe zu dem Land, dem er seine persönliche Befreiung aus den Klauen der dunkelsten Mächte verdankte, hat er in einem traumhaften Rätselbild ein Denkmal geschaffen: " Le Jardin de la France".