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Jubiläumsfahrt nach Paris vom 24. bis 27. Juni 2011

Bericht: Dr. Heinrich Niederer
Bild: Dr. Ulrich Stier

Nach einer gemütlichen Busreise durch die Weiten des ländlichen Frankreichs begann der Aufenthalt mit einer Rundtour  per Schiff auf der Seine. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zogen wie in einem Film an uns vorbei. Nach dieser Einstimmung ging es in das Hotel nach Bercy vis à vis der neuen Nationalbibliothek und ein paar Fußminuten entfernt vom „Village de Bercy“, dem ehemaligen Lager der per Schiff angekommenen Weinfässer  - heute ein wunderbares Kneipen und Vergnügungsviertel.

Am nächsten Tag wurden drei  verschiedene Stadtausflüge  unter kundiger Führung von unserem Präsidenten Jean-Marc Culas, Herrn Dr. Stier und Herrn Dr. Niederer angeboten: Ile de la Cité, Boulevard St. Germain, Rue Cler ( eine Straße, in der alle Sehnsüchte, die mit Paris verbunden sind, erfüllt werden) Institut du Monde Arabe mit dem einmaligen Blick von der dortigen Terrasse, Louvre, St.Germain  L‘Auxerrois, Ile Saint Louis, das Marais und schließlich auch eine Tour durch die Passagen der Stadt, den ehemaligen Zentren des Pariser Lebens.

Der Sonntag war einer  großen sechsstündigen  Stadtrundfahrt gewidmet.  Sie  ließ vor allem die Schönheiten der Seine und ihrer Ufer  erahnen, die die Impressionisten in ihren Werken gefeiert haben und führte bis zum römischen Kern der ehemaligen Stadt Lutetia mit den Resten der damaligen Arena. Dann ging es  in einem weiten Bogen wieder nach Bercy zurück. Für die meisten blieb noch Zeit sich ein wenig für den Abend auszuruhen:  für das gemeinsame Essen im „Train Bleu“, dem grandiosen Restaurant im Gare de Lyon. Während unten die „Blauen Züge“ in den Süden Frankreichs  starten, erreicht der  Gast des „Train Bleu“ das Lokal über eine doppelläufige Treppe und staunt dann über die unglaubliche Pracht dieses zur Weltausstellung von 1900 errichteten Bahnhofrestaurants mit seinem Lüstern, dem prächtigen Wandschmuck und den Gemälden, die all die Zielorte der Züge in schönstem Licht darstellen.

Den eigentlichen Höhepunkt der Reise erreichte der Aufenthalt am Abfahrtstag mit dem Besuch des Rathauses der Stadt. Dank der  Überzeugungskunst und dem unwiderstehlichen Charme unseres Präsidenten hatte die Gruppe einen Besuchstermin im Hôtel de Ville de Paris erhalten. Die kompetente Führerin  ermöglichte uns den Zutritt zu den offiziellen Prachträumen über die Ehrentreppe, auf der die Staatsoberhäupter aus aller Welt  empor schreiten zu den ganz großen Staatsempfängen. Die Festhalle überwältigt den Besucher mit einem Glanz, der dem von Versailles gleicht. Und das war auch die  Absicht der Erbauer, der siegreichen Bourgeoisie der Dritten Republik. Dieses Haus ist von der Wahl der Hölzer des Fußbodens  über die verwendeten Materialien bis hin zum Bildprogramm, ja bis zu den bewusst gewählten Farben gebaute Politik! Auf den Ruinen des von den Kommunarden abgebrannten und zerstörten Vorgängerbaus sollte ein Bau entstehen, der nach dem Untergang des zweiten Kaiserreiches und dem Sieg über die Kommune das Paris und das Frankreich der neuen Führungsschicht des Bürgertums mit seiner republikanischen Allüre der Welt zeigen sollte. Heute bezeichnet die offizielle Website des Pariser Rathauses das Hôtel de Ville als „Maison pour tous“ als „Haus für alle“!

Reich beschenkt an Eindrücken genossen wir die  weite Heimreise, die ein allmähliches Abklingen der Eindrücke ermöglichte. Nur einmal noch erwachten alle aus ihren Träumereien als nämlich hoch über dem Tal der Marne die Flügel der Windmühle von Valmy auszumachen waren:“Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus …“ Mit diesem dortmals von Goethe ausgesprochenen Wort wurde allen nochmals deutlich die unauflösliche Verbundenheit unserer beiden Nationen und unserer so wechselreiche  Geschichte und damit auch der tiefe Sinn einer Doppelreise nach Berlin und Paris.